Die vier Äther


In der folgenden Seite möchten wir einen weiterführenden und vertiefenden Aspekt zur Betrachtung der Brotqualität geben und das ist die Auseinandersetzung mit den vier Ätherkräften.

Von Rudolf Steiner werden vier Ätherformen unterschieden und mit Wärmeäther oder Feueräther, Lichtäther, chemische Äther oder Zahlenäther und mit Lebensäther bezeichnet. Jede von diesen Ätherarten besitzt bestimmte Gesetzmäßigkeiten und Charakteristika. Diese Ätherkräfte oder Bildekräfte, wie sie auch bezeichnet werden, sind nicht nur Lebenskräfte im Sinne von Wachstum, sondern auch Form- und Gestaltungskräfte.

 

"Zu dieser Betrachtung der Ätherprozesse im menschlichen Leib wie auch im Nahrungsmittel, das der Mensch zu sich nimmt, lässt sich die Qualitätsfrage umfassender und genauer vorhersagen. Diese Qualitätsfrage ist nicht nur eine Angelegenheit der Substanzanalyse, sondern des weiteren erfordert sie eine Erwägung, wie die sogenannten imponderablen Substanzen und das sind beispielsweise der Wärme- oder Lichtgehalt, oder allgemein, wenn man den chemischen Äther im Brot berührt, der dynamisch bewegende, in verschiedene Richtungen gleitende Gehalt und schließlich auch der Lebensäther, der Kraft- oder zentrierende Anteil, der durch eine Art metaphysische Substanz im Nahrungsmittel besteht, angelegt sind. Natürlich sind die Qualität des Getreides, des Wassers und die verschiedenen umliegenden hygienischen und sogar psychischen Bedingungen des Menschen zu berücksichtigen."

(Heinz Grill, Die Milchsäure und ihre Bedeutung für die Gesundheit, S. 9)

 

In dem Buch "Ernährung und die gebende Kraft des Menschen" werden die Charakteristiken der einzelnen Ätherkräfte mit graphischen Zeichnungen dargestellt:

 

Wärme- oder Feueräther

 

Bei dem Feueräther ist beispielsweise eine kosmische Weite oder Unendlichkeit gegeben. Während gleichzeitig die so widersprüchliche Bewegung mit einer zentrierenden Tiefenwirkung stattfindet. Die Farbe Blau lässt am besten Tiefenwirkung und Weite für die menschliche Empfindung erkennen. Symbolhaft würde der Feueräther mit einem Kreis als Zeichen der Unendlichkeit und der Tetraeder im Kreis für eine Tiefe und Zentrierung dargestellt werden.

 

 

Lichtäther

 

Der Lichtäther strahlt aus dem kosmischen Umkreis, er gibt den Pflanzen ihre Schönheit. Indem der Lichtäther aus dem kosmischen Umkreis strahlt, bildet er keine Fixierungen in einem materiellen Boden oder in einer materiellen Form. Will man ihn zeichnen, muss man von einem kosmischen Gefühl ausgehen und sich einen weiten offenen Raum vorstellen. Der Zeichner darf mit seinem Bleistift nicht in eine Fixierung gelangen, er muss gewissermaßen frei vom Körper, frei von Anspannungen und Zwängen ganz in eine freie Skizzierung von rhythmischen ausstrahlenden Linien gehen. Diese Linien werden eleganter, je weniger der Zeichnende sich bei sich selbst fixiert.


chemischer Äther

 

Der nach der Anthroposophie benannte chemische Äther, der die eigentliche Kernsubstanz des Äthers darstellt, wirkt durch die Fähigkeit sich zusammenziehen zu können. Er zieht sich mehr zu einem kräftigeren, kompakteren und verbindenden Form zusammen und wirkt dabei auch anziehend nach außen.

Der Widerspruch der im Sinne einer Art Gegenbewegung geschaffen wird, ist jener, dass gerade durch diese Zusammenziehung ein nächstes Wachstum geschieht. Wie eine nächste Umschalung oder Umhüllung entsteht eine neue physische Schicht, ein Blatt oder ein Blütenform. Nicht in einem linearen Wachstum, sondern in einem wechselseitigem Spiel von Zusammenziehung und Neumanifestation entsteht das Wachstum im chemischen Äther.

Die vier Ätherarten im Brot 

Lebensäther

 

Der Lebensäther entwickelt sich ebenfalls mit einer Polarität, die man am besten bezeichnen kann mit Abstieg und Aufstieg. Während eine Kraft wie zum Sterben nach unten gleitet, steht eine neue Bewegung wie flammenartig auf.

Alle Äther werden in der Regel wie Flammenformen erlebt, die sich aber gegenseitig ergänzen. Materiell gesehen nach einem rein äußerlichen Bewusstsein würde man diese Bewegung im Widerspruch wahrnehmen. Im Äther, der frei von der Schwerkraft wirkt, herrschen aber die Gesetze, dass sich gerade das Widersprüchliche im Sinne einer Gegenbewegung ergänzt. Wenn deshalb eine Bewegung nach unten absteigt, beginnt gleichzeitig eine Art neue Bewegungs- und Flammenform nach oben aufzusteigen. 


Die vier Ätherarten sind in den einzelnen Nahrungsmittel unterschiedlich enthalten. Die verschiedenen Gemüsesorten sind in der Regel nur von einer der vier Ätherarten geprägt, beziehungsweise es überwiegt eine der vier Ätherarten. Bei der Karotte ist dies beispielsweise der Lichtäther, was durch die filigrane Blattbildung und durch die leuchtende Möhre zum Ausdruck kommt. 

 

Ein gut gelungenes und gut gestaltetes Brot, weist im Unterschied zu den Gemüsesorten alle vier Ätherarten auf, die in einem günstigen Verhältnis zueinander liegen. Es kann dabei auch schon sein, das eine Ätherart überwiegt, aber nicht so gravierend dominiert, wie es beim Gemüse der Fall ist. Daraus kann man sich ableiten, dass nicht umsonst das Brot früher als das Urbild der Nahrung bezeichnet wurde.

Es ist möglich, diese Ätherkräfte durch entsprechende Schulung schauen zu lernen und und diese dadurch beim Brotbacken, bei der Nahrungszubereitung, wie auch im Leben allgemein zu fördern. Zum Schauen der einzelnen Ätherkräfte im Brot hat Heinz Grill folgende Leitsätze in der Broschüre „Die vier Äther im Brot“ gegeben. 

 

Die vier Leitsätze zur Erkenntnisbildung der vier Ätherarten im Brot 

 

1. Leitsatz zur Erkenntnis des Wärmeäthers :

Das Brot ist kein Klumpen. Es ist ein ausgedehnter, einheitlicher, lebendig webender Organismus, der in allen Partikeln miteinander in Beziehung steht. Die Kruste als harter Außenteil und der weiche aufgelockerte Innenteil bilden eine harmonische Einheit.

 

2. Leitsatz zur Erkenntnis des Lichtäthers :

Die Zuckerbildung ist am stärksten an der Peripherie und strömt nach innen. Die Kruste und der dynamische Innenteil sind von außen nach innen mit Farbe durchdrungen.

 

3. Leitsatz zur Erkenntnis des chemischen Äthers :

Das Brot ist auf eine höhere Stufe angehoben und veredelt. Es bildet sich eine neue einheitliche Form. Diese ist leicht und koordiniert.

 

4. Leitsatz zur Erkenntnis des Lebensäthers :

Das Brot ist eine substantielle Kraftorganisation, die in allen Teilen gleichmäßig und von innen heraus wirkt.